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Forderungsausfallversicherung

Forderungsausfallversicherung: offene Kundenrechnungen und Liquidität schützen

Sie haben geliefert, doch der Kunde kann nicht zahlen. Eine gewerbliche Forderungsausfallversicherung – häufig Warenkreditversicherung genannt – schützt vereinbarte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Bonitätsprüfung, Kreditlimits und rechtzeitige Meldungen gehören dabei genauso zum Vertrag wie die Entschädigung.

Großhändlerin prüft offene Kundenrechnungen in ihrem Warenlager

Was eine Warenkreditversicherung tatsächlich versichert

Wer auf Rechnung liefert, gewährt seinem Kunden für das Zahlungsziel einen Kredit. Wird die Rechnung wegen Zahlungsunfähigkeit oder eines anderen vereinbarten Ausfalltatbestands nicht bezahlt, kann eine Warenkreditversicherung den gedeckten Verlust ersetzen. Versicherte Forderungen, Länder, Zahlungsziele und Entschädigungsquoten werden vertraglich festgelegt.

Die gewerbliche Forderungsausfallversicherung ist etwas anderes als die Forderungsausfalldeckung einer privaten Haftpflichtversicherung. Sie finanziert auch nicht automatisch jede Rechnung, die ein Kunde wegen angeblicher Mängel bestreitet. Rechtmäßigkeit und Versicherbarkeit der Forderung sowie die vertraglichen Meldefristen bleiben entscheidend.

Vor Lieferung

Bonität prüfen und zulässiges Kreditlimit feststellen.

Während des Zahlungsziels

Offene Posten und vereinbarte Fristen überwachen.

Bei Nichtzahlung

Meldung, Inkasso und Entschädigung nach dem vereinbarten Verfahren.

Was Forderungsausfallschutz kostet: veröffentlichte Mindestprämie

Allianz Trade nennt bei seiner öffentlichen Prämienschätzung eine Mindestprämie von 2.000 € pro Jahr. Der Rechner richtet sich an Unternehmen mit bis zu 20 Mio. € versicherbarem Umsatz; darüber ist eine individuelle Kalkulation vorgesehen. Der Mindestbetrag ist eine Untergrenze des beschriebenen Angebots, kein pauschaler Beitrag für jeden Betrieb.

Die dortige Angabe nennt weder einen festen Gesamtdeckungsbetrag noch ein einheitliches Kundenlimit, einen Selbstbehalt oder eine ausdrückliche Steueraufteilung. Diese Punkte müssen im individuellen Angebot stehen. Der veröffentlichte Betrag wird deshalb hier nicht als vollständig kalkulierter Bruttopreis für ein bestimmtes Unternehmen ausgegeben.

PreismerkmalEinordnung
Veröffentlichte Mindestprämie2.000 € / Jahr
Monatliches Rechenäquivalent166,67 € rechnerisch pro Monat bei Jahresbeitrag
Anbieter des PreisansatzesAllianz Trade
Versicherbare Forderungen und LimitsIndividuell festzulegen
Selbstbehalt / EntschädigungsquoteNicht in der Mindestpreisangabe bestimmt
VersicherungssteuerIn der öffentlichen Mindestpreisangabe nicht gesondert ausgewiesen

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Warum das Kundenlimit wichtiger sein kann als eine hohe Gesamtsumme

Der Versicherer bewertet häufig jeden gewerblichen Abnehmer gesondert und setzt ein Kreditlimit. Dieses bestimmt, bis zu welcher Höhe Forderungen gegen diesen Kunden im vereinbarten Umfang gedeckt werden können. Eine große Gesamtpolice macht Lieferungen oberhalb eines einzelnen Limits nicht automatisch versichert.

Prüfen Sie deshalb Ihre größten Kunden und saisonale Spitzen. Wenn bereits 40.000 € offen sind und eine weitere Lieferung von 25.000 € ansteht, beträgt das Gesamtrisiko 65.000 €. Bei einem fiktiven Limit von 50.000 € liegt ein Teil darüber. Das ist ein Beispiel zur Risikosteuerung, keine Leistungszusage oder Beitragsrechnung.

Lieferstopp und Limitänderung ernst nehmen

Verschlechtert sich die Bonität, können vertraglich vorgesehene Limitänderungen relevant werden. Stimmen Sie Vertrieb, Buchhaltung und Kreditmanagement so ab, dass neue Lieferungen nicht unwissentlich außerhalb des Schutzes erfolgen.

Vom überfälligen Posten zum Versicherungsfall

Nicht jede verspätete Zahlung ist sofort ein entschädigungspflichtiger Ausfall. Der Vertrag definiert, wann ein Ausfalltatbestand vorliegt, welche Fristen einzuhalten sind und wann das Inkasso einzuschalten ist. Eine Insolvenz kann ein Auslöser sein; bestimmte Verträge erfassen auch länger andauernde Nichtzahlung unter festgelegten Voraussetzungen.

Mahnungen, Rechnungen, Liefernachweise und vereinbarte Zahlungsziele müssen nachvollziehbar sein. Werden Fristen eigenmächtig verlängert oder neue Lieferungen trotz bekannter Probleme vorgenommen, kann dies die Deckung beeinflussen. Sprechen Sie solche Schritte vorher mit dem Versicherer ab.

UnterlageBedeutung für die Prüfung
Vertrag und RechnungGrundlage und Fälligkeit der Forderung
Lieferschein oder LeistungsnachweisNachweis der erbrachten Leistung
KreditlimitHöhe des vereinbarten Abnehmerrisikos
Mahn- und InkassoverlaufEinhaltung des Schadenverfahrens
Zahlungseingänge / GutschriftenTatsächlich verbleibender Forderungsausfall

Warenkreditversicherung, Factoring und Rechtsschutz unterscheiden

Eine Warenkreditversicherung dient der Absicherung des Ausfallrisikos. Factoring kann zusätzlich Liquidität durch den Verkauf von Forderungen bereitstellen; je nach Ausgestaltung wird das Ausfallrisiko übernommen oder verbleibt teilweise beim Unternehmen. Beide Instrumente können aufeinander abgestimmt werden.

Rechtsschutz und Inkasso unterstützen bei der Rechtsdurchsetzung beziehungsweise Einziehung. Sie ersetzen nicht automatisch die Zahlungsfähigkeit des Schuldners. Eine bestrittene Werklohnforderung benötigt möglicherweise zunächst eine rechtliche Klärung, während eine unbestrittene Forderung gegen einen insolventen Abnehmer eine andere Situation darstellt.

Firmenrechtsschutz bei geschäftlichen Streitigkeiten ↗

Welche Angaben ein Angebot zur Forderungsausfallversicherung braucht

Nennen Sie versicherbaren Umsatz, Branche, Hauptabnehmer, Länder, Zahlungsziele und Forderungsverluste der vergangenen Jahre. Eine Liste der größten offenen Salden und der vorhandenen Sicherheiten hilft bei der Beurteilung. Auch hohe Konzentrationen auf einen einzelnen Kunden sollten erkennbar sein.

Vergleichen Sie Entschädigungsquote, Selbstbehalt, Mindestprämie, Zusatzkosten für Bonitätsprüfungen und Inkassoleistungen. Eine günstige Prämie kann wenig nutzen, wenn gerade der wichtigste Kunde kein ausreichendes Limit erhält. Entscheidend ist die tatsächlich nutzbare Absicherung Ihrer Debitoren.

Fragen zur Forderungsausfallversicherung

Was kostet eine Forderungsausfallversicherung?

Allianz Trade veröffentlicht für die beschriebene Prämienschätzung eine Mindestprämie von 2.000 € pro Jahr. Konkrete Kundenlimits, Entschädigungsquote, Selbstbehalt und Steuerangaben müssen individuell ergänzt werden; die Untergrenze ist kein vollständiges Angebot für jeden Betrieb.

Zahlt Forderungsausfallversicherung auch ohne Insolvenz?

Eine Forderungsausfallversicherung kann neben Insolvenz weitere definierte Nichtzahlungstatbestände erfassen. Maßgeblich sind der gewählte Vertrag, Wartefristen und die Einhaltung des Melde- und Inkassoverfahrens.

Sind alle Kunden automatisch versichert?

Bei der Warenkreditversicherung entscheiden versicherter Kundenkreis, Bonitätsregeln und Kreditlimits. Ein einzelner Kunde kann eingeschränkt oder nicht gedeckt sein. Die größten Abnehmer sollten vor Vertragsabschluss konkret geprüft werden.

Ist eine strittige Rechnung mitversichert?

Die Forderungsausfallversicherung ersetzt nicht automatisch eine Rechnung, deren Berechtigung wegen Mängeln oder anderer Einwendungen ungeklärt ist. Forderungsbestand und Ausfallgrund müssen den Bedingungen entsprechen.

Ersetzt Warenkreditversicherung das Mahnwesen?

Eine Warenkreditversicherung kann Inkassoleistungen einschließen. Das Unternehmen muss trotzdem offene Posten, Zahlungsziele und Meldefristen überwachen. Ein zuverlässiges Forderungsmanagement bleibt Teil des Schutzes.

Kann ein kleiner Betrieb Forderungsausfallschutz erhalten?

Auch kleinere Betriebe können eine Forderungsausfallversicherung prüfen lassen. Mindestprämien und Kundenstruktur beeinflussen, ob ein Gesamtvertrag oder eine andere Lösung wirtschaftlich passt.

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